Lesezirkel

Corona-Übertragung durch Zeitschriften?

Stand: 18. Mai 2020


Umfangreiche Hygienemaßnahmen bei der Belieferung unserer Kunden stehen seit Corona für uns an oberster Stelle. Aber was ist mit den Zeitschriften selbst?

Die Bundesregierung erlaubt weiterhin den Verkauf von Zeitschriften und auch das Bundesgesundheitsministerium gibt in seinen Hinweisen für Patientinnen und Patienten in Arztpraxen keinerlei Hinweis auf den Verzicht von Zeitschriften.

Wie wird das Virus übertragen?

Hierzu erklärt die Bundesregierung (siehe https://www.bundesregierung.de/...): "Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, die vorrangig über die Schleimhäute von Mund und Nase, aber auch durch den Kontakt über die Hände erfolgen kann. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, gilt daher wie für alle Infektionskrankheiten: gute Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten halten.
Eine Übertragung über importierte Lebensmittel und andere importierte Waren wie beispielsweise Spielzeug ist bisher nicht dokumentiert. Das für diese Frage zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu der Auffassung: Nach derzeitigem Wissensstand ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft kann das Coronavirus auch nicht von Haustiere auf Menschen oder umgekehrt von Menschen auf Haustiere übertragen werden."

Sind auch andere Übertragungswege möglich?

Dazu schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (siehe https://www.bfr.bund.de/...): "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich."



Bei Zeitschriften gehen wir von derselben Voraussetzung aus, die auch für Bargeld herrscht. Virologen halten eine Corona-Übertragung durch Bargeld für unwahrscheinlich. Weshalb? Corona überträgt wie die Influenza per Tröpfcheninfektion, also durch Husten und Niesen, im Extremfall auch durch Sprechen, betont der Frankfurter Virologe Gottschalk. Beim Noro-Virus, der Auslöser von Magen-Darm-Krankheiten ist, sei das anders. "Der kann sich übertragen, wenn man eine Türklinke anfasst oder einen Aufzugsknopf." Eine Übertragung des Corona-Virus auf diese Weise hält der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts für "extrem unwahrscheinlich". Für ihn steht fest: "Wenn bei Corona tatsächlich eine solche Schmierinfektion möglich wäre, wäre die Kurve der Krankenzahlen viel steiler." Charité-Virologe Christian Drosten teilt diese Einschätzung. Das Corona-Virus sei "extrem empfindlich für Eintrocknung", sagt er. Deshalb sei es so gut wie ausgeschlossen, dass Viren in ausreichender Zahl zusammenkommen, damit sich ein Mensch durch das Berühren einer Oberfläche infiziert.



Beruhigend dürfte für alle Bücher- und Zeitschriftenleser sein, dass bundesweit alle Bibliotheken nach dem gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss am 15.4.2020 wieder geöffnet werden durften (siehe https://www.bibliotheksverband.de/...).

Zu den Hygienevorschriften, bezüglich Magazinen und Zeitungen, wurde Hygienikerin Prof. Miranda Suchomel von der Medizinischen Universität Wien befragt. Diese bestätigte die Unbedenklichkeit bezüglich der Ansteckung über zur Verfügung gestellten Zeitungen und Zeitschriften (siehe Interview auf Radio Wien am 27.4.2020 um 08:30 "Hygiene in Friseur Salons", übernommen von https://www.dnv-online.net/...).

Interessant ist ein TV Bericht in der ZDF heute Sendung vom 15.04.2020 über eine Blutplasma-Therapie, die in der Uniklinik Regensburg angewandt wird. Deutlich erkennbar dort wie ein Blutplasma Patient unsere Zeitschrift nutzt. Dieser Bericht beginnt bei 14:12 (Klick auf den 7. Punkt im Zeitstrahl) und ist etwa zwei Minuten lang, bei 14:48 und 16:17 ist unsere Lesezirkel Zeitschrift gut zu sehen.


ZDF heute Sendung vom 15.4.2020 - gut zu sehen ist die Zeitschrift des Lesezirkels

Wer ist gefährdet?

In keinem Bundesland wurden Corona Todesfälle so umfangreich untersucht wie in Hamburg. Interessante Erkenntnisse komme hierbei von Professor Klaus Püschel, der der Leiter der Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist.
Mit seinen Aussagen hat dieser in den vergangenen Wochen für einige Aufregung in den Medien gesorgt. Denn seiner Ansicht nach ist die Angst vor dem Coronavirus völlig übertrieben, er sieht Covid-19 als eine vergleichsweise harmlose Erkrankung an. Am 21.4.2020 war er zu Gast im Studio bei 17:30 SAT.1 REGIONAL und hat diese Aussagen noch einmal bekräftigt.



Prof. Püschel war in einem weiteren Interview zu sehen in der Tagesschau am 21.4.2020:



Laut der BGW Info vom 8. Mai 2020 ist auch die Zeitschriften-Auslage bei Friseuren wieder erlaubt. Somit können Friseure ihren Kunden ab sofort wieder den Service des Lesezirkels zur Verfügung stellen. Mehr dazu lesen Sie hier >

Nachtrag 16. Mai 2020: Als letztes Bundesland hat nun auch Nordrhein-Westfalen in seiner Hygiene- und Infektionsschutzstandards zur Coronaschutzverordnung die Zeitschriften Auslage erlaubt.